Zusammenfassung der Bewertung

Der Biergarten am Chinesischen Turm ist ein großer Münchner Biergarten im Englischen Garten und eignet sich besonders gut nach einem Spaziergang durch den Park. Nach mehreren Besuchen bleibt vor allem die Atmosphäre unter den alten Bäumen in Erinnerung: lebendig, laut, gesellig und sehr typisch für München. Das Bier, Brezen, Pommes und Hendl funktionieren hier am besten. Schwächer waren bei meinen Besuchen der Obazda, einzelne Fleischgerichte und das Preisniveau für Selbstbedienung. Wer hierherkommt, sollte weniger ein ruhiges Restaurantessen erwarten, sondern einen klassischen Biergartenbesuch mit viel Betrieb, Selbstbedienung und Pfandsystem.

Besuchszeit und Sitzplätze

Wartezeit und Platzwahl

Ich war zu verschiedenen Tageszeiten im Biergarten am Chinesischen Turm. Bei gutem Wetter war der Biergarten voll, aber durch die vielen Tische fand ich meistens ohne lange Suche einen Platz. Unter der Woche und früher am Tag war die Platzwahl deutlich einfacher. Am Wochenende und bei Sonne war es besser, sich zu anderen Gästen an einen langen Tisch zu setzen. Die Geräuschkulisse war oft laut, aber Gespräche am Tisch waren weiterhin möglich. Direkt am Turm war es am lebendigsten, besonders wenn Musik gespielt wurde.

Selbstbedienung und Ablauf

Der Biergarten arbeitet überwiegend mit Selbstbedienung. Ich habe Speisen und Getränke an den jeweiligen Stationen geholt und anschließend an der Kasse bezahlt. Beim ersten Besuch war der Ablauf etwas unübersichtlich, weil nicht sofort klar war, an welchem Stand es welches Gericht gibt. Bei viel Betrieb vermischen sich Warteschlangen, und man muss kurz aufmerksam bleiben. Bezahlt habe ich mit Karte. Für Gläser fiel ein Pfand an, das mit Pfandmarke und Glas an der Rückgabestelle wieder ausgezahlt wurde.

Speisen im Detail

Bier und Radler

Das Bier war für mich die sicherste Wahl. Ein 0,5-Liter-Bier lag bei etwa €5 bis €6, eine größere Maß kostete entsprechend mehr. Das Bier kam kalt, frisch und passend zur Umgebung. Gerade an warmen Tagen war es stärker als viele Speisen. Auch Radler passte gut, wenn es leichter sein sollte. Bei der Bestellung sollte man die Getränkenamen deutlich sagen, weil es an den Ausgaben schnell geht.

Breze und Pommes

Die Breze war ein klassischer Begleiter zum Bier. Sie war salzig, kräftig und an guten Tagen innen angenehm weich. An anderen Tagen war sie etwas trockener. Die Pommes waren am besten, wenn sie frisch und heiß aus der Ausgabe kamen. Dann waren sie knusprig und als kleiner Snack sehr gut. Für eine Portion Pommes habe ich etwa €5,90 bezahlt, was für Selbstbedienung deutlich hoch ist.

Hendl und Wurst

Das halbe Hendl ist meine Empfehlung, wenn man nur ein Gericht wählen möchte. Bei meinen besseren Besuchen war die Haut würzig und gut gebräunt, das Fleisch passte sehr gut zum Bier. Für ein halbes Hendl habe ich etwa €13 bezahlt, mit Beilage und Getränk lag ich schnell bei über €20 pro Person. Die Würste waren solide und erfüllten genau das, was ich in einem bayerischen Biergarten erwarte. Mit Kraut, Kartoffelsalat oder Pommes wurde daraus eine einfache, sättigende Mahlzeit.

Schweinshaxe und Schweinebraten

Die Schweinshaxe war nicht jedes Mal gleich gut. An manchen Tagen war sie würzig und passend für den Biergarten, an anderen Tagen war das Fleisch trocken und etwas hart. Auch beim Schweinebraten gab es Schwankungen. Die Soße und die Beilagen waren in Ordnung, aber Braten und Knödel wirkten bei einem Besuch zu lange warmgehalten. Diese Gerichte würde ich eher dann bestellen, wenn an der Ausgabe viel Bewegung ist.

Leberkäse und Kartoffelsalat

Leberkäse mit Kartoffelsalat war eher durchschnittlich. Der Leberkäse war geschmacklich in Ordnung, aber nicht besonders. Wenn er nicht heiß genug war, verlor das Gericht deutlich. Der Kartoffelsalat gefiel mir besser, weil er frisch, leicht säuerlich und gut als Beilage funktionierte. Als kleiner Teller für zwischendurch passt diese Kombination, als Hauptgrund für einen Besuch reicht sie nicht.

Obazda und vegetarische Auswahl

Der Obazda war die größte Enttäuschung. Er schmeckte stark nach körnigem Käse und Kümmel und hatte für mich nicht die cremige, würzige Art, die ich bei gutem Obazda erwarte. Vegetarisch kann man mit Brezen, Kartoffelsalat, Salaten, Kartoffelgerichten und Käsespätzle zurechtkommen. Für vegane Gäste ist die Auswahl deutlich begrenzter. Wer vegetarisch isst, bestellt hier besser einfache Beilagen und klassische Biergartensnacks.

Süßes und kleine Snacks

Bei den süßen Sachen blieb mir die Schmalznudel positiv in Erinnerung. Warm gegessen war sie fettig, süß und genau richtig zum Teilen. Kuchen und Tiramisu waren in Ordnung, aber nicht der Hauptgrund für diesen Biergarten. Die stärkeren Kombinationen sind Bier, Breze, Pommes und ein einfaches bayerisches Hauptgericht.

Preise und Zahlung

Kosten pro Person

Für Bier, Breze und einen kleinen Snack habe ich pro Person etwa €10 bis €20 bezahlt. Mit Hendl, Wurst, Schnitzel oder weiteren Beilagen lag die Rechnung eher bei €20 bis €30 pro Person. Zu zweit kamen mit mehreren Speisen und Getränken schnell rund €60 zusammen. Ein Schnitzel lag bei ungefähr €13, Kartoffelsalat bei etwa €5,30, Pommes bei etwa €5,90 und eine Cola im Glas bei etwa €5,40. Für einen Selbstbedienungsbiergarten ist das Preisniveau hoch.

Zahlung und Pfand

Bezahlt wurde nach dem Aufnehmen der Speisen und Getränke an der Kasse. Bei meinen Besuchen habe ich mit Karte bezahlt. Für Gläser wurde zusätzlich Pfand berechnet, meistens €2 pro Glas. Die Pfandmarke muss man behalten und zusammen mit dem Glas an der Rückgabe abgeben. Das funktioniert, ist aber nach dem Essen ein zusätzlicher Schritt und für Erstbesucher leicht verwirrend.

Personal und Ausstattung

Freundlichkeit des Personals

Das Personal war unterschiedlich. An den Getränkeständen lief es schnell und routiniert, auch bei vielen Gästen. An manchen Essensausgaben und Kassen war die Bedienung eher knapp und unfreundlich. Die Abräumkräfte waren dagegen flott und freundlich, die Tische wurden trotz der Größe des Biergartens regelmäßig freigemacht. Persönlichen Restaurantservice sollte man hier nicht erwarten, denn der Betrieb ist klar auf Masse und Tempo ausgelegt.

Toiletten

Toiletten waren vorhanden und bei meinen Besuchen gut nutzbar. Für einen so großen Biergarten ist das ein wichtiger Pluspunkt. Die Rückgabe für Gläser liegt in der Nähe der Toiletten, dadurch lässt sich beides nach dem Essen gut verbinden.

Parken

Mit dem Auto würde ich nur ungern kommen. Es gibt zwar kostenpflichtige Parkmöglichkeiten in der Umgebung, aber bei gutem Wetter und am Wochenende wird die Parkplatzsuche schwierig. Bequemer ist die Anreise mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß durch den Englischen Garten. Wer mit dem Auto fährt, sollte Zeit und Parkgebühren einplanen.

Stärken und Schwächen

Stärken

Die größte Stärke ist die Lage im Englischen Garten. Man sitzt unter alten Bäumen, schaut auf den Chinesischen Turm und bekommt ein sehr münchnerisches Biergartenerlebnis. Es gibt viele Sitzplätze, genug Auswahl an Speisen und Getränken, kaltes Bier und eine Atmosphäre, die besonders bei schönem Wetter stark ist. Für Gruppen, Familien und Besucher der Stadt ist der Ort sehr gut geeignet.

Schwächen

Die Schwächen sind die Preise, die Selbstbedienung und die ungleichmäßige Qualität einzelner Gerichte. Für Selbstbedienung sind viele Speisen teuer. Obazda war schwach, manche Fleischgerichte waren trocken oder nicht heiß genug. Beim ersten Besuch kann der Ablauf an den Ständen und Kassen verwirren. Bei großem Andrang ist es laut, und im Sommer können Wespen und Vögel beim Essen stören.

Zufriedenheit und Wiederbesuch

Gesamtbewertung

Nur nach dem Essen bewertet, ist der Biergarten nicht perfekt. Mit Bier, Parklage, Turm, Musik und Schattenplätzen zusammen ist der Besuch aber ein sehr typisches München-Erlebnis. Ich würde hier nicht für ein ruhiges Abendessen hingehen, sondern für Bier, einfache bayerische Speisen und eine lange Pause im Englischen Garten. Die beste Wahl sind Hendl, Breze, Pommes und ein kaltes Bier.

Wiederkommen

Ich würde wiederkommen, aber gezielt für Bier und einfache Snacks nach einem Spaziergang. Wenn ich nur ein Gericht empfehlen soll, empfehle ich halbes Hendl mit Bier. Wer hohe Preise, Selbstbedienung und viel Betrieb akzeptiert, bekommt hier einen der bekanntesten und stimmungsvollsten Biergartenbesuche in München.

Lagebeschreibung

Zugang im Englischen Garten

Der Biergarten am Chinesischen Turm liegt direkt am Chinesischen Turm im Englischen Garten. Von der Universität oder von der Giselastraße aus geht man in den Park hinein und orientiert sich in Richtung Café Reitschule und Turm. Von der Eisbachwelle aus läuft man durch den südlichen Teil des Parks nach Norden, bis der Turm und die großen Sitzbereiche sichtbar werden. Mit dem Bus kommt man ebenfalls sehr nah heran, am angenehmsten ist der Besuch aber als Teil eines Spaziergangs durch den Englischen Garten.

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Essensfotos

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Adresse: Biergarten am Chinesischen Turm, 3, Englischer Garten, Kleinhesselohe, Alt-Schwabing, Altstadt-Lehel, Schwabing-Freimann, München, Bayern, 80538, Deutschland
Nahe Orientierungspunkte: Rumfordschlössl, Orangerie, Friedrich Ludwig von Sckell, Steinerne Bank, Chinesischer Turm, Englischer Garten - Südteil
Bewertung: 4.4 / 5 😊
Öffnungstage: Jeden Tag
Öffnet um: 11:00 AM
Schließt um: 6:00 PM
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